
Jetzt kommt der Lidl-Sneaker in die Schweiz
In Deutschland ist er Kult, nun kommt er auch in die Schweiz: der Lidl-Schuh. Ob der blau-gelb-rote Sneaker mit Lidl-Logo auch in der Schweiz einen Hype auslösen wird, ist unklar.
Blau-gelb-rot mit Logo: Das ist der Look des Lidl-Schuhs. In Deutschland hat der Sneaker einen regelrechten Hype ausgelöst. Jetzt soll der Discounter-Schuh auch in der Schweiz verkauft werden: Ab Donnerstag, 16. Juli, ist er in allen Filialen erhältlich, wie es in einer Medienmitteilung heisst.
Beim Preis bleibt sich der Discounter treu: 14.99 Franken kostet ein Paar. Allerdings wird es nur eine limitierte Menge geben. «Wir wissen noch nicht, wie der Schuh in der Schweiz ankommt, darum lancieren wir eine limitierte Auflage», erklärt ein Mediensprecher. Kommt es auch in der Schweiz zu einem Hype rund um den Discount-Sneaker, werde Lidl mehr Schuhe herstellen.
Der Schuh war ein Aprilscherz
Fans habe der günstige Sneaker bereits in der Schweiz, heisst es vonseiten des Discounters. Einer davon ist ein Lidl-Lernender: «Er hat den Werbespot für den Lidl-Schuh für seine Abschlussarbeit als Mediamatiker produziert», sagt ein Sprecher. Der Spot werde in der ganzen Schweiz ausgestrahlt (siehe Video oben).
Eigentlich war der Sneaker nur ein Aprilscherz auf Social Media. Doch der Schuh kam bei den Lidl-Fans so gut an, dass der Discounter ihn schliesslich im Herbst 2019 in Deutschland lancierte. Der Schuh ist inzwischen Kult. Neu soll es in den deutschen Filialen deshalb auch Socken und T-Shirts im Lidl-Design geben
Lidl ist zu wenig Teil der Schweiz
Ob der blau-gelb-rote Sneaker auch in der Schweiz einen Hype auslöst, ist noch offen. «Ich erachte es als möglich, dass Lidl mit Schuhen und Kleidern auch in der Schweiz kultig werden kann», sagt Peter Felser, Dozent für Markenführung an der HWZ.
Allerdings könne es länger dauern als in Deutschland – schliesslich sei Lidl in der Schweiz nicht so stark etabliert. «Es braucht Geduld. Zudem muss sich die richtige Zielgruppe angesprochen fühlen», so Felser. Nur wenn innovative Kunden ein solches Produkt kaufen, folge mit der Zeit die grosse Masse.
M-Budget hat es vorgemacht
Kritischer ist Markenexperte Cary Steinmann. Zwar könnten Billigmarken kultig werden, das habe die Migros mit ihrer Eigenmarke M-Budget bewiesen, doch: «Lidl ist als Marke zu fremd in der Schweiz, sie ist kein Heimatwerk wie die Migros», so Steinmann.
Einen kleinen Hype könnte der Schuh aber trotzdem auslösen – solange er limitiert bleibe. «Limited Editions sind etwa bei Luxusmarken ein Muss», sagt Steinmann. Aufgrund der beschränkten Stückzahl würden die Produkte im Internet für horrende Preise versteigert.
Der Lidl-Sneaker wird im Internet tatsächlich für 99 Euro angeboten. Obwohl das ein Mehrfaches des Preises ist, spricht das laut Steinmann noch nicht für einen grossen Hype. «Kult sind eine Kelly Bag, eine Rolex Daytona, irgendein limitierter Ferrari.» Für den Markenexperten steht deshalb fest: Der Lidl-Schuh hat keine Chance, in der Schweiz kultig zu werden.
140 Filialen
Lidl Schweiz betreibt zwei Warenverteilzentren, das eine in Weinfelden TG, das andere in Sévaz FR. Diese bedienen die 140 Filialen in der ganzen Schweiz, weitere Filialen werden in den nächsten Jahren eröffnet. Das Unternehmen beschäftigt über 4000 Mitarbeitende.